Archivwissen: Dateinamen so wählen, dass unbekannte Daten sichtbar bleiben
Eine kurze Namensregel hilft beim Sortieren. Unbekannte Tage sollten dabei nicht als genaue Datierung erscheinen.
Veröffentlicht 3.10.2026 · Redaktion Memorykapsel · Quellen geprüft am 3.10.2026
Illustration aus Memorykapsel · Das Bild erklärt das Thema, es ist kein Foto der gemeldeten Veranstaltung.
Ein Name ist eine kleine Orientierungshilfe
Das DPC-Handbuch empfiehlt kurze beschreibende Dateinamen, eine einheitliche Datumsdarstellung und nachvollziehbare Versionen. Zugleich weist es darauf hin, dass systemseitige Dateidaten bei späteren Aktionen verändert werden können. Dieser Archivratgeber überträgt das bestehende Fachwissen auf eine private Sammlung; er berichtet nicht über eine neue technische Funktion.
Eine sinnvolle Regel könnte lauten: bekanntes Datum, kurzes Motiv und fortlaufende Nummer. Für eine sicher datierte Aufnahme wäre „1988-06-12-garten-01“ ein eigenes Beispiel. Wähle eine Regel, die du auch ohne besondere Software weiterführen kannst.
Unsicherheit im Namen oder Begleittext lassen
Wenn nur das Jahr bekannt ist, erfinde keinen Tag. „1988-ungefaehr-garten-01“ kann die Situation ehrlicher beschreiben als eine scheinbar exakte Tagesangabe. Erkläre die verwendeten Kürzel einmal in einer kleinen Textdatei. Die Namensregel soll Unsicherheit ordnen, nicht verdecken.
Probiere die Regel zuerst an Kopien weniger Dateien aus. Vergleiche vor und nach der Umbenennung, ob alle Bilder noch vorhanden und lesbar sind. Wenn bestehende Programme die Dateien über ihre Namen verknüpfen, kann eine Umbenennung diese Verbindungen beeinträchtigen. Ändere deshalb nicht blind einen gesamten Bestand.
Versionen unterscheidbar halten
Eine bearbeitete Fassung bekommt einen eigenen erkennbaren Zusatz. Bewahre das Original weiter auf und dokumentiere größere Bearbeitungsschritte. Vermeide eine Kette aus „final“, „wirklichfinal“ und „neu“. Ein kleiner bewusster Test zeigt früh, ob die Regel verständlich ist und ob sie sich für deine Sammlung dauerhaft eignet.
Quelle: Digital Preservation Coalition: creating digital materials. Quellenprüfung: 3. Oktober 2026. Archivratgeber beziehungsweise ausdrücklich datierte Einordnung; keine unbelegte Tagesneuigkeit.
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